Wir trauern um ILSE-MARIA DORFSTECHER 1932 – 2020

Foto:  Inselgalerie

 

 

In den frühen Morgenstunden des 14. März 2020 ist Ilse-Maria Dorfstecher, unsere langjährige Vorstandsfrau,  die „Grande Dame“ der  EFAK im Alter von 88 Jahren in ihrer Wohnung in Berlin-Grünau gestorben.

 

„Ein Leben für die Kunst von Frauen“ titelt die „Berliner Zeitung“ ihren Nachruf – und das wurde das Leben von  Ilse-Maria  zumindest nach 1990.

Die studierte Theaterwissenschaftlerin und Germanistin leitete bis zur Wende das umfangreiche Plakatarchiv des DDR-Künstlerverbandes, dessen Schatz zwar von der Akademie der Künste, aber ohne eine weitere Beschäftigung für sie selbst übernommen wurde.

Konfrontiert mit dem Wegbrechen aller bisherigen Strukturen, zurückgeworfen auf sich selbst, erkannte die auch politisch in der Wende Engagierte sehr schnell: Wir müssen uns um uns selber kümmern, uns organisieren und unsere Ansprüche geltend machen. Wir – das waren für Ilse-Maria  Künstlerinnen aus dem Osten Berlins, mit denen sie die Fraueninitiative Xantippe e.V. gründete und in Berlin-Mitte die „Inselgalerie“ übernahm. Über 600 Künstlerinnen haben seither hier einen Ort gefunden, ihre Arbeiten der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Als der im Jahre 1993 von Künstlerinnen, Kunst- und Musikwissenschaftlerinnen gegründete Förderverein Europäische Frauenakademie der Künste und Wissenschaften Berlin-Brandenburg e.V. eine Bleibe und Kooperation suchte, war es Ilse-Maria Dorfstecher, die 1995 der EFAK die Tore der Inselgalerie öffnete und von Stund an ihre Kraft für ein gesamtdeutsches und europäisches Netzwerk einsetzte.

Mit dem ihr eigenen, energischen und und uneigennützigen Engagement nahm sie sich der ihr am Herzen liegenden Aufgabe an, die Werke lebender und vergessener Künstlerinnen aus Deutschland und aus Europa  in der Inselgalerie und in anderen europäischen Ländern auszustellen und bekannt zu machen.

Als Leiterin der Inselgalerie und alsbald  auch im Vorstand der EFAK engagiert, war ihr sehr daran gelegen, das Erbe von Künstlerinnen zu archivieren und zu bewahren. Als fast 80-Jährige war sie glücklich,  die unselbständige Stiftung der EFAK mit rund 400 Werken deutscher und europäischer Künstlerinnen endlich gründen zu können.

Als begnadete Netzwerkerin und uns alle unermüdlich vorantreibende  Frau vermissen wir Ilse-Maria schon jetzt.

 

In der Inselgalerie Berlin werden wir in einer Feierstunde – sobald es wieder möglich ist, von ihr Abschied nehmen können.

 

Nachruf von Ingeborg Ruthe in der Berliner Zeitung

 

 

 

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