Wir trauern um Gisela Breitling – 1939 bis 2018

Mit großer Erschütterung haben wir vom Tod der von uns allen sehr verehrten und geschätzten Künstlerin, klugen Mitstreiterin für die Rechte und öffentliche Wahrnehmung der Frauen in der Kunst  –  Gisela Breitling – erfahren.

Als eine der Mitgründerinnen der EFAK engagierte sich  Gisela Breitling, solange es in ihren Kräften stand, für eine kämpferische Selbstorganisation der Künstlerinnen.

Schon ihre schwere Erkrankung, ihr jahrelanges Leiden und ihre zunehmende Abwesenheit aus dieser Welt waren für uns ein großer Schmerz und Verlust, wieviel mehr ihr Tod, auch wenn er für sie eine Erlösung gewesen sein mag.

 

Sorgen wir dafür, dass sie mit ihrem großartigen künstlerischen Werk weiterlebt!

 

 

Zum Tode der Berliner Künstlerin Gisela Breitling

Berlin, den 12.03.2018 – Die Berliner Künstlerin und Schriftstellerin Gisela Breitling ist tot. Sie starb in der Nacht zu Montag im Alter von 78 Jahren an den Folgen einer Parkinson- und Demenz-Erkrankung in einem Pflegeheim in Berlin-Lankwitz.

Gisela Breitling, geboren 1939, schuf seit den 1960er Jahren über 700 Gemälde, unzählige Drucke und Skizzen. Zusätzliche Bekanntheit erhielt sie als Autorin verschiedener Werke. Aufgrund ihres stetigen Engagements zur Gleichstellung der Frau in der Kunstwelt, bekam sie 2001 das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.

Als Künstlerin des Realismus schuf sie ein umfangreiches Bildœuvre mit Selbstportraits, Stillleben, Frauenbildern sowie religiösen und surrealen Sujets, die international in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt wurden. Zudem sind ihre Werke weltweit in renommierten Sammlungen vertreten, u.a. in der Nationalgalerie in Berlin, der Albertina in Wien, dem National Museum of Women in The Arts in Washington und im Victoria and Albert Museum in London.

Als Schriftstellerin und Autorin veröffentlichte sie Bücher, wie „Die Spuren des Schiffs in den Wellen: Eine autobiographische Suche nach den Frauen in der Kunstgeschichte“ und „Der verborgene Eros: Weiblichkeit und Männlichkeit im Zerrspiegel der Künste“ sowie diverse Fachaufsätze, die große Beachtung fanden.

Anfang der 80er Jahre wurde sie durch die Verbreitung ihrer Bücher zu einer wichtigen Referenz im feministischen Diskurs jener Zeit und gründete zusammen mit der Berliner Künstlerin Evelyn Kuwertz „Das Verborgene Museum“, in dem seit 1987 vorwiegend Werke von vergessenen europäischen Künstlerinnen ausgestellt werden. 

1987/88 gewann sie den Wettbewerb zur Gestaltung des Turms der St. Matthäus-Kirche inmitten des Kulturforums Berlin, für den sie diverse Arbeiten zum Matthäus-Evangelium anfertigte, die heute dort ausgestellt sind.

Zuletzt stellte die Künstlerin ihre Werke in verschiedenen Gruppenausstellungen aus, u.a. im Jahr 2016 die Ausstellung „Wasser. Realismus der Gegenwart. Malerei – Grafik – Plastik“ des Künstlersonderbundes im Schlämmereigebäude der Königlichen Porzellan-Manufaktur in Berlin.

Ihre letzte Einzelausstellung hatte Gisela Breitling im Jahre 2014 in der Senioren-Residenz MANA, wo sie aufgrund ihrer fortschreitenden Erkrankung lebte und heute früh friedlich von uns ging. 

Das bislang unveröffentlichte Video zur Ausstellung ist ab sofort auf Youtube,

direkt unter  https://youtu.be/cLvGJE-ejFI abrufbar.

Website und Werkverzeichnis der Künstlerin: www.giselabreitling.de

M. Bonjer